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15. April 2026·6 Min Lesezeit

Festpreis vs Stundensatz bei Software-Projekten — was ist fair?

Die ehrliche Wahrheit über beide Modelle aus Sicht von Auftraggeber und Auftragnehmer. Warum wir Festpreis machen, wann Stundensatz fairer ist, und wie der Hybrid-Ansatz funktioniert.

PricingStrategieGeschäftsmodell

Die kurze Antwort

Festpreis ist meistens fairer für beide Seiten. Stundensatz lohnt nur in zwei Situationen: 1. Echte Forschung wo niemand die Lieferung schätzen kann 2. Long-term-Wartung mit unvorhersagbaren Anforderungen

Bei klar definierten Software-Projekten ist Festpreis der bessere Deal — für dich UND für uns.

Warum die meisten Studios Stundensatz machen

Stundensatz ist bequem für den Anbieter: - Kein Schätz-Risiko - Mehr Zeit = mehr Geld - Verzögerungen werden zur Geld-Maschine

Das klingt zynisch, aber die Statistik ist eindeutig: Stundensatz-Projekte landen im Schnitt 30-50% über Plan. Das ist nicht weil Studios betrügen wollen — sondern weil der Anreiz Effizienz bestraft.

Warum wir Festpreis machen

Drei Gründe:

1. Es richtet Anreize aus. Wir verdienen mehr wenn wir effizient bauen. Du sparst nicht wenn wir langsam sind. Beide Seiten ziehen am gleichen Strang.

2. Es macht Planung möglich. Du weißt exakt was du zahlen wirst. Wir wissen exakt was wir liefern. Niemand spielt Telefon.

3. Es zwingt zu klarem Scope. Ein Festpreis-Angebot setzt voraus dass Scope, Architektur und Annahmen klar sind. Das tut anfangs weh, spart aber später Wochen.

Was kann schiefgehen?

Aus Auftraggeber-Sicht: Wenn du den Scope unterwegs ändern willst, brauchst du einen Change-Request mit transparenter Mehrkosten-Schätzung. Das fühlt sich erstmal restriktiver an als "kann ich noch X dazu machen?" bei Stundensatz.

Aus Auftragnehmer-Sicht: Wenn wir uns verschätzen, zahlen wir drauf. Das ist Risiko das wir tragen. Wir managen es durch sorgfältiges Discovery (1-2 Wochen, 1.490-2.990 € Festpreis selbst).

Wann Stundensatz fairer ist

Drei Situationen:

1. Reverse Engineering ohne klares Ziel. Beispiel: "Wir wollen verstehen wie diese alte Hardware funktioniert, kein klares Endprodukt." Niemand kann den Aufwand seriös schätzen. Stundensatz mit Budget-Cap ist fair.

2. Forschung & Experimente. "Wir wollen herausfinden ob Approach X funktioniert." Echtes Forschungs-Projekt, Ergebnis offen. Stundensatz mit Reports alle 2 Wochen.

3. Long-term-Wartung mit unklaren Anforderungen. Du hast ein laufendes Produkt, kleine Verbesserungen kommen kontinuierlich. Wartungs-Pauschale + Stunden-Pool funktioniert besser als jedes-Mal-neuer-Festpreis.

Der Hybrid-Ansatz

Was wir meistens machen:

Phase 1: Festpreis-Discovery (1.490-2.990 €) 1-2 Wochen, wir verstehen dein Projekt komplett. Output: technisches Whitepaper + verbindliches Festpreis-Angebot.

Phase 2: Festpreis-Build (Projekt-Festpreis) Wir bauen zum Festpreis aus dem Discovery. Change-Requests transparent mit Mehrkosten.

Phase 3 optional: Wartungs-Pauschale (290-1.490 €/Monat) Nach Launch: monatliche Pauschale mit Inklusiv-Stunden für laufende Verbesserungen.

Das ist fair für beide Seiten und planbar.

Was kostet ein Stundensatz wirklich?

In Deutschland 2026 berechnen Studios: - Junior-Devs: 60-90 €/h - Senior-Devs: 100-150 €/h - Senior-Architekten / Lead: 150-220 €/h

Klingt fair. Aber rechne durch: ein 8-Wochen-Projekt mit 3 Personen (Lead + 2 Devs á 35h/Woche) bei Mix-Sätzen ist schnell 70.000-120.000 €. Wenn das Studio "großzügig" 80h pro Person geschätzt hat und ihr bei 110h landet — was Standard ist — dann sind das 35.000 € Mehrkosten.

Bei uns wäre das Projekt zum Festpreis, sagen wir 39.990 €. Auch wenn wir 30% mehr Aufwand hatten als geschätzt: für dich gleich, für uns Lehrgeld. Du bist planbar.

TL;DR

Festpreis ist meistens fairer als Stundensatz. Es belohnt Effizienz und macht Projekte planbar. Stundensatz ist nur in echten Forschungs- oder Long-term-Wartungs-Szenarien fairer.

Wenn du ein klar definiertes Software-Projekt hast, beschreib es uns — KI macht in 2 Minuten ein Festpreis-Angebot.

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